• Vorher/ Während/ Nachher
  • TRINKNAHRUNG
  • Wenn meine Wunden verheilt sind, die Zahnspange raus ist und ich endlich wieder vernünftig essen kann, dann werde ich mir ein Kilo Äpfel kaufen und in jeden Apfel einmal reinbeißen... aber wirklich nur ein einziges Mal! Danach stelle ich sie in einer Reihe auf, fotografiere sie und verarbeite sie im Anschluss zu Apfelmus, den ich dann nicht mehr essen werde, weil ich davon, seitdem ich die Zahnspange trage, mehr als genug gegessen habe.
  • 01/10/2015
  • WIE HAST DU DEN MORGEN DES OP-TAGES ERLEBT?
  • Es lief eigentlich alles schief, was hätte schieflaufen können. Eigentlich sollte ich um, ich weiß es gar nicht mehr genau, halb zehn abgeholt werden. Die haben mich jedoch bereits eine Stunde früher abgeholt. Ich war also zunächst mutterseelenallein in meinem Krankenzimmer vor der Operation. Kathrin kam noch ganz knapp vor der Operation, ich konnte ihr noch winken, als ich quasi in den Fahrstuhl geschoben worden bin. Daniel war da noch auf dem Weg. Das war nicht so schön, aber mir war es wichtiger, dass er da war, als ich aufgewacht bin. Vorher wäre es einem Abschied gleichgekommen, auch wenn ein Zuspruch vor der Operation natürlich noch schön gewesen wäre.
  • WIE VERLIEF DIE OPERATION?
  • Die verlief ohne Probleme, hat aber etwas länger gedauert. Der Kiefer wurde um 1,3cm und 1,4cm verschoben, also nicht gerade wenig. Die Strecke, die überbrückt werden musste, hätte ohne Transplantation Jahre gebraucht, um zu verheilen. So wurde mir Knochen aus dem Beckenkamm entnommen. Im Vorfeld wurde mir gesagt, dass ich dadurch keine Beeinträchtigung hätte, aber ich konnte zunächst nicht laufen.
  • WIE WAR ES, ALS DU AUFGEWACHT BIST?
  • Ich lag zunächst auf der Intensivstation, kann mich aber nicht mehr wirklich daran erinnern, weil ich so mit Medikamenten zugedröhnt war. Auch wer mich am Folgetag alles besucht hat, weiß ich nur noch vage. Mich haben Unmengen an Leuten im Krankenhaus besucht, aber die zeitlichen Abläufe, wer wann wo und wie da gewesen war, das weiß ich nicht. Ich habe einen Schmerztropf bekommen, sogar in der Nacht und natürlich auch Antibiotika. Zusätzlich habe ich natürlich noch Schmerzmittel erhalten, wenn ich mich gemeldet habe. Dazu war ich noch die ganze Zeit mit der Kühlmaske bedeckt.
  • WIE WURDEST DU ERNÄHRT?
  • Die ersten vier Tage hatte ich eine Magensonde, über die ich Nahrung aufgenommen habe. Ebenso wurde mir ein Katheter gelegt, da ich mich nicht richtig bewegen konnte. Den haben sie mir am dritten oder vierten Tag gezogen, ebenso die Magensonde. Danach habe ich angefangen sowas wie Grießbrei, Babynahrung und Smoothies zu essen bzw. vielmehr zu trinken. Ich musste auch aufpassen, dass ich nicht Unmengen an Zucker zu mir nehme, da ich meine Zähne leider nicht putzen konnte, was wirklich kein geiles Gefühl war.
  • WIE WAR DIE ZEIT IM KRANKENHAUS?
  • Ich musste noch eine Woche im Krankenhaus bleiben und die war eine Katastrophe. Ich hatte eine demente Oma auf meinem Zimmer und eine Schwester Rabiata. Aber alle anderen waren super nett! Auch Kathrin und Daniel waren jeden Tag da und haben sich um mich gekümmert und dafür gesorgt, dass auch Zuhause alles in Ordnung ist. Die Oma hat mir allerdings den Schlaf geraubt. Sie ist nachts umhergeirrt und hat die Betten im Zimmer ausprobiert. Eines Abends stand sie auch mal vor meinem Bett, da hatte ich wirklich Angst, sie legt sich gleich auf mich. Mir wurde vorher durch die Ärzte eingetrichtert, dass ich aufpassen muss, weil alles noch ganz lose ist und mein Gesicht quasi auseinanderfallen könnte. Als sie dann vor meinem Bett stand meinte ich nur, dass sie sich hier bitte nicht hinlegen soll. Also das war schon hart, so richtig konnte ich mich erst Zuhause erholen.